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O0106 Leseland DDR

Beginn Fr., 03.02.2023, 19:30 - 21:00 Uhr
Kursgebühr 0,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Juliane Breinl
Status (Präsenz) wenig Teilnehmer
Status (Online) Anmeldung möglich

Zwanzig Tafeln mit Texten, Bildern und Videos laden Sie zu einer Zeitreise durch das "Leseland DDR" ein. Ein Land, dessen Obrigkeit an die Macht des geschriebenen Wortes glaubte und es zugleich fürchtete. Wo das Lesen und Schreiben gefördert wurde, während politisch unerwünschte Literatur in Bibliotheken nur mit einem Giftschein zugänglich war und Post und Reisende aus dem Westen nach Gedrucktem gefilzt wurden. "Leseland DDR", die neue Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, erzählt von Menschen, die sich ihre Lektüre nicht vorschreiben lassen wollten, für Bücher Schlange standen und auf der Leipziger Buchmesse so manchen Titel westdeutscher Verlage heimlich einsteckten. Die Schau führt aber auch in die Welt der Krimis, Märchen und Science-Fiction, berichtet von der Literatur aus der Sowjetunion und lässt sie in Kochbücher blicken. Schlaglichtartig wird die grenzüberschreitende Kraft beleuchtet, die die deutsch-deutschen Schriftstellerkontakte, Radio und Fernsehen, aber auch Bücher entfalteten, die Reisen über Mauern hinweg ermöglichten. Mit der Friedlichen Revolution sowie der Gegenwartsliteratur endet die Zeitreise.
"Leseland DDR" ist ein Beitrag zur Kulturgeschichte der SED-Diktatur und zugleich eine Anregung, alte Bücher aufzuschlagen, um die Geschichte der DDR im Spiegel ihrer Literatur (neu) zu erkunden. Eine Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur von Stefan Wolle www.leseland-ddr.de

Zur Eröffnung der Ausstellung wird die Münchner Autorin Juliane Breinl aus ihrem erfolgreichen Buch "Mein Mauerfall: Von der Teilung Deutschlands bis heute" lesen. Das "richtige" Leben in der DDR kennt sie durch ihre umfangreichen Recherchen, aber auch aus ihrer eigenen Kindheit. Als sie 13 Jahre alt war, verließ die Familie das Land per Ausreiseantrag - fünf Jahre später fiel die Mauer. Breinl wird unter anderem in Anekdoten erzählen, wie der Alltag aussah, wie sich die Menschen in dem System und in dem Spannungsfeld zwischen Ost und West zurechtfanden und was ihre Denkweise prägte. Sie wird sich erinnern, wie Zeitschriften geschmuggelt und DDR-Witze zum Besten gegeben wurden, und sie kann auch erklären, warum sie sich heute gegen jede Art von verklärender Ostalgie wendet.
Die Peter-Sodann-Bibliothek versorgt uns mit 50 DDR-Büchern zum blättern und schmökern.
Die Veranstaltung findet in Präsenz statt und wird gleichzeitig live ins Internet übertragen. Sie wird gefördert vom Bayerischen Ministerium für Unterricht und Kultus.




Kursort

Konzertsaal

Baldhamer Straße 39
85591 Vaterstetten

Termine

Datum
03.02.2023
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Baldhamer Straße 39, Vaterstetten, vhs-Bildungszentrum, Baldhamer Str. 39, Konzertsaal